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Braunbär Bruno

Seit Mitte Mai 2006 wurde der aus Norditalien stammende Braunbär „Bruno“ in dem bayrisch-schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet wiederholt gesichtet. 2 Wochen lang versuchten Jäger und Forstbeamte den Jungbären lebend zu fangen. Jedoch scheiterten alle Versuche, so dass er Ende Juni im Rotwandgebiet nahe der oberbayrischen Gemeinde Schliersee erschossen wurde.

Bruno sorgte für zahlreiche Diskussionen in den angrenzenden Länden. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) sprach die Empfehlung aus, so genannte „Risikobären“ sofort abzuschießen. Das Konzept der Behörde stuft „in jedem Fall“ die Sicherheit des Menschen als höchste Priorität ein. Es basiere aber auch auf der Überzeugung, dass Menschen und Bären in der Schweiz nebeneinander leben können. Die Behörde möchte damit ein weit gehend konfliktarmes Zusammenleben schaffen.

Sie hat die Bären in 3 Gruppen eingeteilt: unauffälliger Bär, Problembär und Risikobär. Der 1. Gruppe, den „unauffälligen Bären“ meiden menschliche Siedlungen und leben zurückgezogen. Die „Problembären“ richten als Vieh- und Honigdiebe Schäden an. Diese Bären könnten auch dem Menschen gefährlich werden, so dass die Behörde sie einfangen, mit einem Sender versehen und durch Schüsse aus dem Gebiet vertreiben möchte. Wenn diese Versuche scheitern und der Bär greift einen Menschen an, wird er als „Risikobär“ eingestuft und zum Abschuss freigegeben.

Von Bären verursachte Schäden sollen in der Schweiz zu 80 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent vom betroffenen Kanton übernommen werden. Kleinere Schäden an Bienenhäuschen oder Kaninchenställen bezahlt der Bund komplett.

Im vergangenen Sommer war bereits ein Braunbär in die Schweiz eingewandert. Er hielt sich einige Wochen im Münstertal und Engadin in Graubünden und an der Grenze zwischen der Schweiz, Österreich und Italien auf. Der jetzige Aufenthaltsort ist allerdings unbekannt.

Ansonsten gilt der Braunbär (Ursus arctos) durch Lebensraumverlust und Bejagung in der Schweiz, Österreich und Deutschland als ausgerottet. In Österreich und Italien gibt es kleinere Populationen von 20-30 Tieren. Lediglich Slowenien hat einen langfristig überlebensfähigen Bestand von etwa 500 Tieren.
 
pixelquelle.de


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